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Mittwoch

Grosses Durchatmen ~ Abflugbereite Wintergäste und baldige Ankunft


Ein grosses Durchatmen in der Natur, die Schneedecke im Park ist weg, tagsüber steigt das Thermometer über die Nullgradschwelle.

Ebenso in mir ein hörbares Durchatmen. Januar und Februar, die ungeliebten Monate sind vorbei. In meinem Gemüt schmelzen die letzten Eisreste dahin und sprudeln als lebendiges Wasser durch mein Herz-:)))


Die Rhizome der Iris↓ (Schwertlilien) und Stiefmütterchensetzlinge zeugen davon: Das Leben geht weiter auch nach Frost und Dunkelheit. 



An der Seepromenade erheben schon Schneeglöckchen und gelbe Winterlinge ihre anmutigen Köpfchen durch die braune Blattdecke vom Vorjahr.


„Wer die Natur betrachtet, wird vom Geheimnis des Lebens in seinen Bann gezogen“, sagte schon *Albert Schweitzer, und ich stimme ein in das Staunen um dieses grosse Geheimnis.


Jeden Morgen in meinem Garten
öffnen neue Blüten sich dem Tag.
Überall ein heimliches Erwarten,
das nun länger nicht mehr zögern mag

Die Lenzgestalt der Natur ist doch wunderschön,
wenn der Dornbusch blüht
und die Erde mit Gras und Blumen pranget.
Matthias Claudius 1740-1815

Die Kraft des Lebens bahnt sich überall ihren Weg zu neuer Blüte. Fanta-stisch! Geheimnisvoll! Wunderbar! 


Glücklicherweise sind nicht alle so kälteempfindlich wie ich. Unseren geflügelten Wintergästen ist es hier schon bald zu warm und es zieht sie zurück in den kälteren Norden.

Die Überwinterung (der Lachmöwe) erfolgt überwiegend in der gemäßigten bis subtropischen Zone der Paläarktis, in geringerem Umfang auch noch wei-ter südlich; Südgrenze der Überwinterung ist im Westen Ostafrika, weiter östlich Südindien, die Malaiische Halbinsel und Indonesien.

In Europa wird das Hauptüberwinterungsgebiet nach Norden und Osten durch die 0-°C-Januar-Isotherme begrenzt; zwischen den 0-°C und −2,5-°C-Januar-Isothermen halten sich Winterbestände meist nur in Städten durch die intensive Fütterung.

Der Heimzug beginnt in Mitteleuropa ab Mitte Februar, der Hauptheimzug findet Anfang bis Mitte März statt. (aus Wikipedia↓) 


Ich lese gerade in einem dicken Buch aus der Bibliothek über den 7. Sinn der Tiere (vonRupert Sheldrake↓). Darin werden viele Beispiele und auch Studien aufgeführt wie Tiere telepathisch kommunizieren.

Gut belegt ist diese Fähigkeit bei Katzen und Hunden. Die Voraussetzung da-zu ist ein inniges Band vom Tier zur Tierhalterin oder zum Tierhalter. Warum nicht einmal selber testen bei seinem Kätzchen oder dem geliebten Hund? Möglicherweise tun sich da neue Welten auf, der Horizont erweitert sich.


Doch zurück zu unseren Wintergästen↓, den Flugakrobaten und immerzu hungrigen Möwen. Noch stärken sie sich da und dort von den Brocken, die ihnen aufs Wasser oder in die Lüfte zugeworfen werden.

Und natürlich muss auch über die baldige grosse Reise sinniert werden, ob-schon die Reiseroute instinktiv in der Erinnerung eingeprägt ist.


Der Abschied fällt leicht, noch ein wenig im Schwarm die Aussicht geniessen und gemeinsam träumen von einer guten Ankunft im Norden. Nestbau, Jung-möwen aufziehen und im Herbst zusammen mit dem Nachwuchs zurück in den Süden in die Winterferien.


 Na gut, jetzt erst mal Adieu liebes Möwenvolk, der Herbst ist noch weit. Jetzt kommt bald der Frühling!


Noch ein paar Tage dann trifft er ein, der Frühling. Genau wie das Schiff, das sein Winterquartier verlassen hat und im Abendlicht im Hafen einfährt. Gross ist die Vorfreude!


Frühlingslied 

Nun säuseln linde aus Westen die Winde.
Schon rieseln die Quellen ins Tal hernieder.   
Die Knospen schwellen.
     
Der Vögel Lieder erschallen wieder.     
Schneeglöckchen läuten fern und nah:
Der Frühling ist da, der Frühling ist da!
     
O seht, wie der Frühling schaltet und waltet,
Und neues Leben enthüllt und entfaltet, 
Und schönes Leben ersinnt und gestaltet! 
    
Mit Duft und Farben erquickt und belebt,
Mit Sang und Klang entzückt und erhebt,
Und segnend über Allem schwebt!
     
Nun lasst uns nicht länger bleiben zu Haus!
Wir wollen hinaus, ins Freie hinaus!

A.H. Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Auch vor meinem Küchenfenster tut sich etwas. Nicht nur, dass die Kohlmeisen auf der gegenüberliegenden Birke ihr Frühlingslied schmettern. Nein, es kann auch wieder geputzt, renoviert und gebaut werden. Auch das gehört zum Frühling. 


Dieser Tage beobachtete ich wie gekonnt die Arbeiter Gerüste an den Nach-barshäusern hochzogen. Alle Achtung! Nach dem ersten Schreck im Sinne von: „Nein, nicht schon wieder Baulärm!“ fügte ich mich ins Unabänderliche, denn die Frühlingslaune lasse ich mir nicht verderben. Auf keinen Fall!


Launige erste Frühlingstage 
wünsche ich allen hier Lesenden-:)
  
*zitiert aus: Worte, die bleiben „Leben“ von Albert Schweitzer, Seite 25