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Donnerstag

Die Wölfin ruft den Frühling im Norden, Osten, Süden und Westen

Jedes Jahr am Gründonnerstag singt La Lupa↓ (die Wölfin) ihr Frühlingslied im Labyrinth in Zürich in alle Himmelsrichtungen hinaus. Der Frühling wird mit diesen fröhlichen Klängen herbeigerufen um uns alle zu erfreuen. Damit ist die Garten-Saison im Labyrinth eröffnet.


Dieses Jahr war ich erstmals dabei an diesem schönen und friedvollen Anlass und habe den Labyrinth-Garten für mich entdeckt.


Seit 1991 besteht der Labyrinthplatz↓ in Zürich. Damals hatten einige Frauen im Zuge der 700-Jahr-Feiern der Stadt das Projekt vorgeschlagen und konnten es mit städtischer Unterstützung realisieren. 



Sie überzeugten die Stadtverwaltung mit dem Argument, dass ebenso wie jede Stadt und jedes Dorf einen Fussballplatz und einen Schiessstand hat, sollte an jedem Ort ein Platz zu finden sein, an dem Frauen sich treffen, begegnen und gemeinsam die Welt gestalten.




Speziell finde ich, dass dieses Frauenprojekt auf dem ehemaligen Kasernen-Areal seinen Platz erobert hat, einer Domäne des Militärs. Bei der Entstehung des Labyrinth-Platzes wurde dem Projekt von der Stadtverwaltung wenig Chance eingeräumt. Es wurden mutwillige Zerstörungen und Verwüstungen befürchtet. 




Doch das Gegenteil ist eingetreten: Laut den Projektfrauen, die im Sommer-halbjahr täglich während 3 Stunden anwesend sind, bezeugen Quartierbewoh-nerInnen, dass sich die Sicherheit und die Lebensqualität auf diesem öffent-lichen Platz entscheidend verbessert hat. 

Gelesen: Das Labyrinth ist ein uraltes Muster, das es seit Jahrtausenden in den verschiedensten Kulturen gibt – ein gemeinsames Welt-Erbe der Mensch-heit. Bis heute ist es ein Ort der Besinnung, ein lebendiger Erkenntnisweg, der Rundgang für Rundgang die Sinne und den Geist für ungewohntes Wahr-nehmen öffnet. 



2013 ist das Jahresmotto der Labyrinth-Frauen dem Thema „Vielfalt entfalten – wider das einzig Richtige“ gewidmet. In der Einführung zum Jahresprogramm ist unter anderem zu lesen:

Verbunden mit dem Zusatz „wider das einzig Richtige“ im Jahresmotto, erinnert die bunte Vielfalt daran, unsere Vorstellungen und Meinungen zu hinterfragen und unseren Blick auch auf die Ideen und Wünsche anderer zu richten. Das „einzig Richtige“ suchen wir nicht. Wir finden es auch nicht im Labyrinth.

Vielmehr möchten wir immer wieder fragen und uns befragen lassen. Die Fülle verschiedener Erfahrungen und Lebensformen und der Austausch der daraus gewonnen Erkenntnis bringt einen farbenfrohen Reichtum in unser Zusammensein. Menschen mit vielen Falten haben oft grosse Lebenserfah-rung und viel zu erzählen.


In diesem Sinn sind auch alle: Frauen, Männer, Kinder, Klein und Gross, Alt und Jung willkommen und eingeladen das Labyrinth zu besuchen und zu erkunden. 

Ja ich kann sagen ich fühlte mich sehr willkommen und rundum wohl an diesem herzerwärmenden Anlass. Selbst der  Dauerregen konnte das nicht verhindern. Einige Bilder habe ich mitgebracht und wünsche damit allen, die hier lesen:

Frohe Ostertage, 
helle Frühlingstage 
und bald auch wieder wärmere Tage-:)