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Freitag

Honig, Mandeln & Co. und versklavte Bienen

Den Film „More than Honey“↓ gesehen. Traurig! Versklavte Bienen. Immer schneller und schneller und immer mehr und mehr produzieren bis zum Zu-sammenbruch. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich mir gut vorstel-len, dass die Bienen SO nicht mehr leben wollen und können. Die Bienen sterben weltweit.

Honigbienen und Menschen leben seit über 10 000 Jahren zusammen. Dies macht die Biene zu einem der ältesten Haustiere überhaupt. Diese Bezie-hung wurde bis vor kurzem als selbstverständlich betrachtet. Doch in den letzten Jahren nahmen unsere Bienenpopulationen dramatisch ab. (gelesen auf dem Blog der Webseite oben)


Ein Drittel all dessen, was wir essen wird von Honigbienen bestäubt. Doch es gibt auf dieser Welt schon Landstriche, wo die Bienen ganz ausgestorben sind. Da klettern dann die Menschen auf die Bäume und bestäuben anstelle der Bienen Blüte für Blüte mit kleinen Pinseln – Wanderarbeiter in China.

Wer öfters Mandeln isst, sollte sich den Film auf jeden Fall ansehen. Weites Land in Kalifornien, Mandelbaum reiht sich an Mandelbaum, ein Mandelbaum-meer! Zur Blütezeit werden die Bienen in riesigen Lastern in tagelanger Fahrt zur Bestäubung in die Plantagen gekarrt. Und nach getaner Arbeit wieder weggekarrt.

Ein stressreiches Reisen ist das für die kleinen Liebesboten.

So nannte der Grossvater des Filmemacher Hans Imhof↓ die kleinen, fleissigen Insekten. Auch die Bienen sind Opfer der industriellen Tierhaltung geworden, sie werden unbarmherzig ausgebeutet.

Das war ein unsanftes Erwachen für mich.


Ebenfalls im Gedächtnis haften geblieben ist mir, was der Besitzer oder Manager einer grossen US-Honigfarm sagte:

„Könnte mein Grossvater sehen wie wir heute mit den Bienen umgehen, er würde sagen: Ihr habt eure Seele verloren.“

Trotz dieser Einsicht meinte er, wir sind Kapitalisten, wir wollen wachsen, die totale Weltherrschaft. Wir müssen immer weitermachen, wir können nicht anders, wir wollen unseren Lebensstil nicht ändern.



Der Film hat mir nochmals eindrücklich gezeigt, wie alles voneinander abhän-gig ist. Die Natur ist ein wunderbares Zusammenspiel von Kräften, besser gesagt war sie es, denn das ist sie nicht mehr. Der Mensch hat zu viel und zu rücksichtslos von ihr genommen und zu wenig oder nichts zurückgegeben.

Auch wenn bei uns die Natur noch intakt erscheint, so ist sie weltweit ge-sehen doch aus der Balance. Macht euch die Erde untertan! Leider haben allzu viele Menschen dieses unsägliche Gebot unbedacht und allzu oft auch skrupellos und gierig befolgt.

Es wird viel Licht und entschlossenes Handeln benötigen um die Natur unseres Planeten wieder ins Lot zu bringen. Manchmal befürchte ich, es ist zu spät dazu, dann wieder hoffe ich, es vollziehe sich im Denken, Handeln und Fühlen der Menschen eine echte Umkehr zu Werten wie Mitgefühl und Güte und der Einsicht, dass wir alle voneinander abhängig sind.

Meine Hoffnung bleibt bestehen,
denn trotz viel Düsternis sehe ich manchmal Lichtstreifen
am Horizont aufleuchten-:)

P.S. Der Film zeigt auch Schönes und Interessantes
aus dem Leben und Arbeiten der Bienen mit fantastischen Makroaufnahmen.
Ich finde ihn echt sehenswert!