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Samstag

Schmetterlingswiese, Kapuzinerkresse & Co. ~ Ein Garten-Rückblick

Nun ist er da, der September! Juli und August, die heissen Hochsommer-Monate sind Vergangenheit, traurig bin ich nicht darüber. Immer weniger lasse ich mich von Jahreszeitenwechseln beeindrucken, ja die Übergänge fallen mir von Jahr zu Jahr leichter.

Wobei ich nichts gegen einen Dauersommer mit einer Temperatur von so ca. 22 bis 25 Grad C hätte, mit einem oder zwei Tagen Regen pro Woche. Echt, dann könnte ich ganz gut auf das Jahreszeitenbrimborium verzichten. Nur schon die Kleiderfrage wäre viel einfacher, Sparpotential ohne Zwang-;)

Was meinen kleinen Garten betrifft, ist der Hochsommer jeweils nicht beson-ders ergiebig. Zum draussen Sitzen ist es zu heiss, auch die Pflanzen, die etwa ab 10.00 Uhr die volle Sonnenkraft abbekommen, sind zwar nicht gerade überfordert, aber ich sehe es ihnen an, etwas weniger gefiele ihnen besser.


Diesen Sommer hat die Natur in unseren Breitengraden mit manchmal heftigen Regenfällen (Gewitterregen) den Wasserdurst der Pflanzen selbst gestillt. Das Wässern mit Gartenschlauch oder Giesskanne fiel so fast ganz aus, darüber war ich froh.

Der Hochsommer zeigt mir jeweils auch, wo ich mich im Frühling in uner-füllbare Gartenträume verfangen habe. Also die Schmetterlingswiese, die vor meinem inneren Auge schon so lebendig Gestalt annahm, war ein Reinfall. Kein einziger Grashalm ist gewachsen, obwohl ich die Samen mit viel Liebe und Achtsamkeit ausgesät habe.

Schnell musste die Kapuzinerkresse einspringen und die Lücke schliessen. Sie hat mich noch nie im Stich gelassen, da kann ich säen und es wächst. Übrigens sind die Blümchen geniessbar, eine Zierde für jeden Salat.

Neuestens habe ich erfahren, dass die bunten Kresse-Blümchen sogar Heilwirkung haben, sie würden die Abwehrkräfte stärken↓ und Viren und Bakterien unschädlich machen.


Eine Enttäuschung war auch die Cosmea↓, die ich gesetzt habe. Erst ent-wickelte sie sich ganz gut, ich umsorgte sie, zog einen Kreis mit Sägemehl um sie herum um jegliches Schneckenvieh von ihr fernzuhalten. Was ganz gut gelungen ist.

Aber dann: drei Tage Dauerregen und ich vernachlässigte die Pflanze ein wenig. Und schon war es geschehen, statt Blümchen und Blättchen ragten nur noch kahle Stängel empor. Ungebetene Gäste liessen es sich anscheinend gut schmecken-:(

Überrascht haben mich die Gladiolen! Im Spätfrühling habe ich ganz unge-plant einige mickrig aussehende Knollen gesetzt, die recht günstig zu kaufen waren. Ich wollte damit dem Walderdbeerengestrüpp, das überall wuchert, Paroli bieten.

Ich wagte kaum zu hoffen, dass daraus etwas wird. Und welche Farbenpracht hat sich dann aus den kleinen Knollen entfaltet, eine Offenbarung! Sogar lila war dabei, rosa, lachsfarben, halt richtig bunt.


Ach ja, Rhabarber und Brombeeren durfte ich im kleinen Garten ernten. Von den ersten gab es Rhabarberwähe und Rhabarbermus, dieses gemischt mit dem süssen Golden Delicious Apfel, sonst ist es für meinen Gaumen zu sauer↓, das ganze verfeinert mit etwas Zimt und einem Zweiglein Zitronen-melisse. Echt lecker war das-:)

Den grössten Teil der Brombeeren habe ich schon beim Pflücken ge-schmaust, und den Rest als Beilage im Birchermüesli.

Hochsommer war für mich nie Ferienzeit, wie es volksweit so üblich ist. Meistens war ich am Arbeiten. Nicht ungern überliess ich den Familien-müttern und –Vätern diese schulfreie Zeit um mit ihrem Nachwuchs in die Ferien zu fahren.

So halte ich es auch jetzt in der Nachberufszeit, ich geniesse den Sommer zu Hause. Die Stadt↓ ist beinahe etwas entvölkert, und ein internationales Flair breitet sich aus mit all den Touristen von nah und fern.


Und nun freue ich mich schon auf angenehme Spätsommer- und Herbsttage-:) Ja es herbstet, das merke ich unter anderem auch daran, dass mein Lieblings-apfel, der Gravensteiner↓ wieder zum Verkauf angeboten wird – und heute? – Heute hat es in den Bergen gewittert geschneit -:(((

Und kalt ist es geworden. Plötzlich! Heute Morgen sah ich in der Nachbar-schaft schon das eine oder andere Kamin rauchen.

In Erinnerung an diesen Gewittersommer hier ein schönes Gedicht, das ich im Internet gefunden habe:

Gewitter
von Karl Henckell 1864-1929

Es wetterleuchtet durch die Nacht,
Die Donner, sie rollen von ferne,
Die Wolken stürmen zur wilden Schlacht,
Und ängstlich verlöschen die Sterne.
Es jagt und wettert und kracht und braust,
Wie wenn in Lüften der Böse haust -
Was schmiegst du dich an mich mit Zittern?
He, holla! Mich freut das Gewittern.

Kennst du das Leben, mein liebes Kind?
Ach nein, du tändelst in Träumen.
Oft stürmt durch das Leben der Wirbelwind
Und reißt an den knorrigsten Bäumen.
Unter Donner und Blitzen, in stürmischer Nacht
Schlägt der Mensch mit dem Schicksal die lustige Schlacht.
Was schmiegst du dich an mich mit Zittern?
He, holla! Mich freut das Gewittern.

Wie brannte die Sonne so heiß und so dumpf!
Die Bäume, sie rangen nach Odem;
Nun flutet es feucht, und der dürrste Stumpf
Saugt ein den köstlichen Brodem.
Wenn träge die Sonne das Leben verbrennt,
Willkommen dann, schlagendes Element!
Lass ab von Zagen und Zittern,
He, holla! Mich freut das Gewittern.

Na gut, von mir kann ich nicht sagen „Mich freut das Gewittern.“ Nicht, dass ich Angst hätte, oder doch? Auf jeden Fall habe ich echt Respekt vor solch gewaltigen Naturkräften.

Nach und nach werde ich endlich wieder auf Blogtour gehen. Etwas hinein-gelinst habe ich schon da und dort, auch wenn ich wenig bis gar nicht kommentierte. Das soll sich nun ändern. Bis dann-:)

Bildquellen:
Kapuzinerkresse Wikipedia gemeinfrei↓
Gladiolen Vincent van Gogh Wikipedia public domain↓
Bild Stadt von mir