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Samstag

Angepasste Sommerfreuden und keine Rebellion

Wasser zum Abkühlen tut gut an diesem heissen Sommertag – nochmals 34 Grad C wie gestern, inklusive Tropennacht.


In letzter Zeit bin ich zur Frühaufsteherin mutiert, darüber bin ich froh.

Ich habe dabei entdeckt, dass Einkaufen morgens so nach 8 Uhr wirklich schön ist. Noch ungestresste und freundliche Verkäuferinnen und Verkäufer sind da anzutreffen und niemand, wirklich niemand, den meine zelebrierte Langsamkeit verärgert.

Heute Morgen in der Früh waren gerade mal ein paar junge Leute mit Ruck-sack im weiträumigen Geschäft anwesend. Sie deckten sich schnell mit einem Sandwich ein und weg waren sie. Ansonsten nur die eine oder der andere ältere Kunde oder Kundin und ich.


Ein Schlaraffenland an Lebensmitteln breitet sich da jeweils vor meinen Augen aus:

Verschiedene Salatsorten und frisches Gemüse wie Auberginen, Fenchel, Tomaten, Zuchetti, Karotten, Kartoffeln, Peperoni, Blumenkohl, Broccoli, Rettich und noch einige mehr.

Auch Früchte und Beeren gehören dazu wie Erdbeeren, Himbeeren, Heidel-beeren, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Äpfel, Bananen, Wasser-melonen, Honigmelonen, Goldmelonen und so fort. Vieles sogar hier aus der Region.

Ich bleibe dann meist kurz stehen und staune über all die Köstlichkeiten, bin ganz erfüllt von dem farbenfrohen Anblick. Ein Gefühl der Dankbarkeit und des Teilenwollens entstehen in so einem Moment in mir.


Bereits um 10 Uhr hatte ich dann heute Morgen alles erledigt und auch die Pflanzen im Garten etwas gewässert.

An Hitzetagen mit 30 Grad plus verhalte ich mich neuerdings so wie es die Menschen in den mediterranen Ländern oft tun. Während draussen die Sonne flimmert und feuert, ist Rückzug in die kühlere Wohnung angesagt. Erst abends, wenn sich der Feuerball im Westen langsam verabschiedet, gehe ich wieder hinaus.


Mein Verhalten war nicht immer so, doch letztes Jahr habe ich erstmals die eindrückliche Erfahrung eines Hitzekollapses gemacht. Bei etwa 34 Grad C war ich damals gegen 15 Uhr draussen und wollte irgendwohin.

Daraus wurde nichts, denn nachdem ich etwa fünf Minuten unterwegs war, fiel ich geradeaus hin wie ein gefällter Baum. Vorgängig war es mir weder schwindlig noch fühlte ich mich irgendwie geschwächt, auch gestolpert war ich nicht.

Ich fand mich von einem Moment zum anderen flach auf dem Boden liegend, und konnte nicht verstehen was passiert war. Ein Kreislaufkollaps!

Glücklicherweise bin ich mit einem aufgeschürften Knie und einem etwas verdrehten Handgelenk davon gekommen. Nicht zu denken was passiert wäre, hätte ich etwa mit dem Kopf am Randstein aufgeschlagen oder so. Der Spital oder gar das Grab wäre dann mein nächster Aufenthalt gewesen.

 

Durch dieses Erlebnis etwas gescheiter geworden, passe mich den Umstän-den besser an, Rebellion bringt hier nur Sommerleiden statt Sommerfreuden.

In diesem Sinn wünsche ich Allen, die hier vorbeischauen viele angenehme Sommerfreuden, ganz nach eurem Geschmack und eurer Konstitution.


Im Sommer
In Sommerbäder
Reist jetzt ein jeder
Und lebt famos.

Der arme Dokter,
Zu Hause hockt er
Patientenlos.

Von Winterszenen,
Von schrecklich schönen,
Träumt sein Gemüt.

Wenn, dank der Götter,
Bei Hundewetter
Sein Weizen blüht …
Wilhelm Busch 1832-1908

Nachtrag 1. Juli:
Und so sah es heute Morgen um 8 Uhr aus:
Nach dem gestrigen Abendgewitter, heute ein heftiges Hagelgewitter, Geschnetzeltes im Garten und ein Temperaturabsturz von 14 Grad.


Na gut, das gibt heute ein Bügelsonntag. Ob das ein Gewittersommer wird? Das ist nun das dritte heftige Gewitter innert kürzester Zeit.

Schönen Sonntag und eine gute Woche!
Ich weiss nicht wann ich das nächste Mal wieder blogge.
*Winke*