.

.

Sonntag

Kohlmeisen- und Rabenmutter ~ Beinahe-Familiendrama ~ Muttertag

Auf dem kleinen Vordach vor dem Küchenfenster höre ich ein Flattern und Piepsen. Verwundert öffne ich das schräg gestellte Fenster ganz und sehe etwa vier kleine Kohlmeisen-Jungvögel. Sie beachten mich nicht und piepsen und flattern weiter auf und ab.

Gerade will ich das Fenster wieder schliessen, als ich rechts neben meinem Kopf ein unbekanntes Geräusch wahrnehme. Die Vogelmutter in meiner Küche!


Ich öffne das Fenster weit, spreche der verängstigten Vogelmama gut zu. Panisch fliegt sie zum offenen Fenster und schlägt sich in der Aufregung noch ein wenig den Kopf an. Dann aber ab wie ein Pfeil in Richtung gegenüberlie-gender Birke.

Die Kleinen verstehen gar nichts mehr, sie hüpfen weiter auf dem Vordach auf und ab bis sie endlich checken, das war ja die Mama, die an uns vorbei-düste. Und schnell geht es hinterher.

Glück gehabt!

So geschehen am letzten Freitag als die Kohlmeisenmama ihre Jungvögel bei strahlendem Sonnenschein ausführte und dabei irgendwie, ich weiss nicht wie (Kippfenster?), in meiner Küche landete.
 

Allen zwei- und vierbeinigen und auch speziell allen geflügelten Mamas:

ALLES GUTE ZUM MUTTERTAG!

Mutter, schallt es immerfort und fast ohne Pause.
Mutter hier und Mutter dort in dem ganzen Hause.

Überall zugleich zu sein, ist ihr nicht gegeben.
Sonst wohl hätte sie, ich mein, ein bequemes Leben.

Jedes ruft, und auf der Stell will sein Recht es kriegen.
Und sie kann doch nicht so schnell wie die Schwalben fliegen!

Ich fürwahr bewundere sie, dass sie noch kann lachen.
Was allein hat sie für Müh, alle satt zu machen!

Kann nicht einen Augenblick sich zu ruhn erlauben.
Und das hält sie gar für Glück! Sollte man das glauben?
Johannes Trojan 1837 - 1915

Und übrigens, wer den Film HIER↓ gesehen hat, wird wohl nie mehr zu einer „Rabenmutter“ Rabenmutter sagen (zum Thema siehe ab Punkt 19.33 bis Punkt 21.43)

Meisenbilder von Wikipedia↓