.

.

Sonntag

Angekommen im 2012 ~ Das Leben bahnt sich seinen Weg

Seit heute sind wir im Jahr 2012 angekommen, das alte ist weg, und auf der Stelle war ein neues da wie Johann Peter Hebel es gekonnt ausdrückt.

Das alte Jahr hat’s schlau gemacht:
Fort ist’s bei Nebel und bei Nacht.
Zum grossen Glück für fern und nah
war auf der Stell ein andres da.
Johann Peter Hebel 1760 - 1826

Rückblick und Ausblick im Weltgeschehen und im persönlichen Leben waren grosse Themen in diesen Tagen. Vorsätze wurden gefasst, Mutmassungen ausgesprochen was uns das neue Jahr bringen könnte, und Astrologen waren gefragte Interviewpartner in manchen Zeitschriften.

Früher haben wir jeweils zu Sylvester die Tarotkarten gelegt oder Blei gegossen um aus der Form Zukünftiges herauszulesen. Diese Neugierde habe ich beinahe ganz abgelegt.

Na ja das neue Jahr ist ein noch unbeschriebenes Blatt im Buch des Lebens. Allerdings nehmen wir einiges an Altlasten mit uns hinüber und die Antwor-ten auf unsere Zukunftsfragen werden wir erst in 12 Monaten wirklich wissen.

Fragen wie zum Beispiel: Bleibe ich gesund? Wird es auch dieses Jahr schreckliche Naturkatastrophen geben? Krieg oder Dialogbereitschaft? Was kann ich in meiner kleinen Welt zum Frieden in der grossen beitragen? Werde ich meinem Vorsatz regelmässiger zu leben treu bleiben? Und noch einige Fragen mehr, die ich mir stelle, doch alle will ich hier nicht verraten-;)


Nach Weihnachten habe ich den Weltuntergangsfilm „Melancholia“ gesehen. Ich oute mich: Der Film hat mir NICHT gefallen, obwohl er bei uns 5 Sterne bekommen hat. Vergeudete Zeit, hinausgeworfenes Geld, finde ich. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, da hat der Regisseur auf Kosten der Filmzuschauer seine persönlichen Probleme therapiert.

In einen solchen Nihilismus lasse ich mich nicht hineinziehen, das ist nicht meine Welt. Wie ich im Internet erfahren habe, soll der Regisseur, Lars von Trier kürzlich gesagt haben, er wolle Filme machen, aus denen der Betrachter verwirrt herausgeht, um sich einen Tag später zu fragen: „Was war denn das für ein Mist?“ (HIER↓ am Anfang des 3. Abschnitts).


Im Haus, wo ich lebe, ist nichts von Weltuntergansstimmung zu spüren. Kürzlich habe ich erfahren, dass wieder eine Nachbarin guter Hoffnung ist. Das wird dann das siebte Kind sein hier in meinem Umfeld.

Ja, ich bin umgeben von blühendem Leben, und wenn ich in die Augen dieser Kinder sehe, ihre Energie und ihren Lebenswillen spüre, dann bin ich geneigt zu sagen, das Leben bahnt sich seinen Weg trotz Wirtschaftskrise, Weltuntergangsprophezeiungen, Kriegshetze, Naturveschandelung, Lügen, Profitmaximierung, „Geiz ist geil-„ und „Was kümmern mich die anderen- Mentalität“ und und und…

Ich bin voller Achtung und Respekt für diese mutigen, hoffnungsvollen und tatkräftigen jungen Eltern, da passt der Spruch von Albert Schweitzer: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“.


Ein Rezept für jeden Tag im neuen Jahr
Katharina Elisabeth Goethe 1731 –1808
Mutter von Johann Wolfgang von Goethe

  • Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und zerlege sie in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein Jahr reicht.
  • Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus 1 Teil Arbeit und 2 Teilen Frohsinn und Humor.
  • Man füge 3 gehäufte Esslöffel Optimismus dazu, 1 Teelöffel Toleranz, 1 Körnchen Ironie und 1 Prise Takt.
  • Dann wird die Masse mit sehr viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträusschen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.


Alles Gute im neuen Jahr!