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Montag

Wahltag ist Zahltag ~ Kumulieren und panaschieren ~ Bündner Gerstensuppe

Gestern haben wir das neue Parlament gewählt, unsere Stimmen den zu Wählenden gegeben, die uns für die nächsten vier Jahre im National- und Ständerat vertreten sollen. Für die 34 Zürcher Sitze im Nationalrat haben sich 802 Kandidierende auf 30 unterschiedlichen Listen beworben und für den Ständerat 9 Kandidaten.

Panaschieren, kumulieren, das klingt beinahe etwas nach Kochrezept. Und tatsächlich dieses Jahr hat uns die Bundeskanzlei die übliche kleine Staats-kunde, die sie alle 4 Jahre zu den Nationalratswahlen abgibt in eine farbige Broschüre gekleidet. Darin sind die einzelnen Parteien jeweils einem Gewürz zugeordnet.


Die Idee hat mir gut gefallen, sie hat mich dazu angeregt das Büchlein von A bis Z durchzulesen, ein kurzweilige Auffrischung in Staatskunde.

Panaschiert und kumuliert habe ich dieses Jahr nicht. Bei früheren Wahlen habe ich jeweils auf meiner gewählten Liste alle Frauen zweimal aufgeführt, also kumuliert, und dafür einen Mann weg gestrichen. Selten auch mal pana-schiert, also von einer anderen Parteiliste eine zu Wählende auf meine Liste gesetzt, dafür musste dann wieder ein Mann dran glauben-;)

Entschuldigung liebe Männer, aber nachdem Ihr uns damals so lange das Wahlrecht verweigerten (HIER↓ habe ich darüber geschrieben), musste einfach etwas Ausgleich sein.

Na gut, heute sehe ich das entspannter, kumuliert und panaschiert wird nur noch, wenn ich die Kandidatinnen auch kenne, denn eine Frau garantiert noch keine bessere Politik (leider), davon bin ich heute überzeugt.

Was mich sehr gefreut hat, der Kanton Aargau wählte meine Lieblingspoli-tikerin, Pascale Bruderer HIER↓ im ersten Wahlgang mit dem absoluten Mehr in den Ständerat.

Das ist ein historisches Resultat; eine junge Frau, gerade eben Mutter gewor-den und dazu Sozialdemokratin, denn das konservative Aargau schickte 63 Jahre lang keinen SP-Vertreter in den Ständerat: Wahnsinn!

Herzliche Gratulation Pascale Bruderer!


Gewinnerinnen waren dieses Jahr zwei neue kleine Parteien in der Mitte. Die traditionellen Parteien mussten alle etwas Federn lassen, die einen weniger, die anderen mehr.

Glücklich bin ich darüber, dass bei der Wahl am Sonntag die Volkspartei, die beinahe den ganzen Hauptbahnhof mit fremdenfeindlichen Plakaten zupfla-stern liess, dafür nicht belohnt wurde.

Grazia, Merci, Gracias, Danke Stimmvolk!

Natürlich will ich Euch das Rezept nicht vorenthalten, das uns die Bundes-kanzlei zum Abschluss der Staatskunde-Auffrischung geschenkt hat (nachge-kocht habe ich es noch nicht, doch das werde ich gelegentlich tun).

Bündner Gerstensuppe
Zutaten für 4 Personen
75 g Zwiebeln
75 g Lauch
50 g Karotten
25 g Sellerie
40 g Rohschinken
25 g Butter
50 g Gerste
15 g Mehl
1,5 l Bouillon
(Vegetarier können den Rohschinken auch weglassen)
Liaison
1,5 dl Rahm
1 Eigelb
1 Prise Safran (eventuell einige Fäden als Dekoration)

Alles Gemüse und den Rohschinken fein würfeln und in der Butter dünsten. Gerste dazugeben und mitdünsten. Mehl dazugeben und mit der kalten Bouillon aufgiessen. Suppe ca. 30 Minuten kochen bis Gerste und Gemüse gar sind. Die Liaison dazu geben und kurz aufkochen lassen. Voilà!


Na ja, sonst plätschert die Zeit meines Pensionärdaseins so dahin. Zu tun habe ich genug, darüber bin ich selbst immer wieder erstaunt. Nicht mal mehr richtig zum bloggen komme ich!


In diesen Tagen ist es jeden Morgen ungewiss, schafft es die Sonne, oder hat der Nebel  ganztägig das Sagen.

Letztens war meist die Sonne die Gewinnerin, wunderbare Herbstnachmitta-ge dürfen wir dann hier erleben, was nicht selbstverständlich ist, denn oft sind wir tagelang unter einer Hochnebeldecke eingeschlossen.


Wo ich kann, unterstütze ich die liebe Sonne gegen Nebelschwaden & Co. Licht muss her, die dunklen Ecken wollen alle ausgeleuchtet werden, die Zeit ist reif dazu.

Blick auf die herbstliche Birke gleich vor dem Haus


Und am Samstag, am späten Nachmittag fiel ein Sonnenstrahl genau auf einen strahlend gelb gefärbten Baum am Seeufer. Ich stieg schnell aus dem Tram um die Szene zu fotografieren, doch das Licht war leider schon weg, dafür flog eine Möwe ins Bild-:)


Man spricht viel von Aufklärung und wünscht mehr Licht.
Mein Gott, was hilft aber alles Licht,
wenn die Leute entweder keine Augen haben,
oder die, die sie haben, vorsätzlich verschliessen?
Georg Christoph Lichtenberg 1742-1799