Panaschieren, kumulieren, das klingt beinahe etwas nach Kochrezept. Und tatsächlich dieses Jahr hat uns die Bundeskanzlei die übliche kleine Staats-kunde, die sie alle 4 Jahre zu den Nationalratswahlen abgibt in eine farbige Broschüre gekleidet. Darin sind die einzelnen Parteien jeweils einem Gewürz zugeordnet.
Die Idee hat mir gut gefallen, sie hat mich dazu angeregt das Büchlein von A bis Z durchzulesen, ein kurzweilige Auffrischung in Staatskunde.
Panaschiert und kumuliert habe ich dieses Jahr nicht. Bei früheren Wahlen habe ich jeweils auf meiner gewählten Liste alle Frauen zweimal aufgeführt, also kumuliert, und dafür einen Mann weg gestrichen. Selten auch mal pana-schiert, also von einer anderen Parteiliste eine zu Wählende auf meine Liste gesetzt, dafür musste dann wieder ein Mann dran glauben-;)
Entschuldigung liebe Männer, aber nachdem Ihr uns damals so lange das Wahlrecht verweigerten (HIER↓ habe ich darüber geschrieben), musste einfach etwas Ausgleich sein.
Na gut, heute sehe ich das entspannter, kumuliert und panaschiert wird nur noch, wenn ich die Kandidatinnen auch kenne, denn eine Frau garantiert noch keine bessere Politik (leider), davon bin ich heute überzeugt.
Was mich sehr gefreut hat, der Kanton Aargau wählte meine Lieblingspoli-tikerin, Pascale Bruderer HIER↓ im ersten Wahlgang mit dem absoluten Mehr in den Ständerat.
Das ist ein historisches Resultat; eine junge Frau, gerade eben Mutter gewor-den und dazu Sozialdemokratin, denn das konservative Aargau schickte 63 Jahre lang keinen SP-Vertreter in den Ständerat: Wahnsinn!
Herzliche Gratulation Pascale Bruderer!
Gewinnerinnen waren dieses Jahr zwei neue kleine Parteien in der Mitte. Die traditionellen Parteien mussten alle etwas Federn lassen, die einen weniger, die anderen mehr.
Glücklich bin ich darüber, dass bei der Wahl am Sonntag die Volkspartei, die beinahe den ganzen Hauptbahnhof mit fremdenfeindlichen Plakaten zupfla-stern liess, dafür nicht belohnt wurde.
Grazia, Merci, Gracias, Danke Stimmvolk!
Natürlich will ich Euch das Rezept nicht vorenthalten, das uns die Bundes-kanzlei zum Abschluss der Staatskunde-Auffrischung geschenkt hat (nachge-kocht habe ich es noch nicht, doch das werde ich gelegentlich tun).
Bündner Gerstensuppe
Zutaten für 4 Personen
75 g Zwiebeln
75 g Lauch50 g Karotten
25 g Sellerie
40 g Rohschinken
25 g Butter
50 g Gerste
15 g Mehl
1,5 l Bouillon
(Vegetarier können den Rohschinken auch weglassen)
Liaison
1,5 dl Rahm
1 Eigelb
1 Prise Safran (eventuell einige Fäden als Dekoration)
Alles Gemüse und den Rohschinken fein würfeln und in der Butter dünsten. Gerste dazugeben und mitdünsten. Mehl dazugeben und mit der kalten Bouillon aufgiessen. Suppe ca. 30 Minuten kochen bis Gerste und Gemüse gar sind. Die Liaison dazu geben und kurz aufkochen lassen. Voilà!
Na ja, sonst plätschert die Zeit meines Pensionärdaseins so dahin. Zu tun habe ich genug, darüber bin ich selbst immer wieder erstaunt. Nicht mal mehr richtig zum bloggen komme ich!
In diesen Tagen ist es jeden Morgen ungewiss, schafft es die Sonne, oder hat der Nebel ganztägig das Sagen.
Letztens war meist die Sonne die Gewinnerin, wunderbare Herbstnachmitta-ge dürfen wir dann hier erleben, was nicht selbstverständlich ist, denn oft sind wir tagelang unter einer Hochnebeldecke eingeschlossen.
Wo ich kann, unterstütze ich die liebe Sonne gegen Nebelschwaden & Co. Licht muss her, die dunklen Ecken wollen alle ausgeleuchtet werden, die Zeit ist reif dazu.
Blick auf die herbstliche Birke gleich vor dem Haus
Und am Samstag, am späten Nachmittag fiel ein Sonnenstrahl genau auf einen strahlend gelb gefärbten Baum am Seeufer. Ich stieg schnell aus dem Tram um die Szene zu fotografieren, doch das Licht war leider schon weg, dafür flog eine Möwe ins Bild-:)
Man spricht viel von Aufklärung und wünscht mehr Licht.
Mein Gott, was hilft aber alles Licht,
wenn die Leute entweder keine Augen haben,
oder die, die sie haben, vorsätzlich verschliessen?
Georg Christoph Lichtenberg 1742-1799



7 Kommentare:
Das war mir ja immer sehr rätselhaft, warum den Frauen in der Schweiz so lange das Wahlrecht verweigert wurde! Eine Weile habe ich ja mal in der Schweiz gelebt, 1967 muss das wohl gewesen sein.
Die Graupensuppe, die kenne ich, denn die wurde in dem Basler Haushalt, in dem ich dort damals das berühmte Haushaltsjahr absolvierte, gut und gerne gekocht. Und die mochte ich auch gerne.
Weißt du, das wäre mal was, wenn wir hier zur Wahl auch so ein Büchlein bekämen, für manche zum besseren Verständnis. Wir werden jedoch schon Monate vorher durch die Medien belämmert, bis ich am liebsten gar nicht mehr wählen würde. Denn wer soll denn das glauben, was versprochen wird.
Das Pensionärsdasein, das kann ich dir bestätigen, ist überhaupt nicht langweilig. Ständig ist was zu tun. Ist doch auch ein Glück!
Liebe Grüße zu dir, Brigitte
Hallo Elfe,
dass Licht kann etwas äußerst flüchtiges sein. Wenn man gerade dabei ist, seine Kamera vorzubereiten, um es einzufangen, dann ist es oft schon weg, bevor die Kamera betriebsbereit ist. Mir ist das schon oft so gegangen. Aber der Baum lenkt mit seinem leuchtend gelben Laub auch so noch alle Blicke auf sich.
Gruß in die Alpen,
juwi
Liebe Elfe,
die Wahl der Qual hatte ich im Mai dieses Jahres. Ich konnte fünf Stimmen für die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung vergeben und fünf Stimmen für die Bremer Bürgerschaft vergeben. Als "alter" Sozi gab ich den Grünen jeweils drei Stimmen und die Sozialdemokraten jeweils zwei Stimmen.
Es ist gut, dass in der Schweiz mit Pascale Bruderer eine Sozialdemokratin gewählt wurde.
Du bist in Pension? Du Glückliche! Ich bin 55 Jahre alt und muss noch elf Jahre als Beamter meinen Dienst leisten. Aber die Zeit verfliegt ja wie im Wind.
Tschüss,
Holger
Hallo liebe Elfe,
das ist doch eine nette Idee mit den Gewürzen und dem Kochrezept :-).
Auch sonst war Dein Einblick sehr interessant!
Deine Bilder sind - wie immer - wunderschön!
Bei uns ist es auch sehr mild und sonnig - ich freue mich darüber -)
Ich glaube, ich hätte ohne Arbeit auch keine Langeweile, sicher nicht ;-)
Liebe Grüße
Katinka
Liebe Elfe,
ich lasse Dir mal herzliche Grüße zum Wochenende hier :-)
Katinka
Liebe Elfe,
ich hoffe, du hast mehr Glück und die Sonne gewinnt bei euch den Kampf. Hier hat der Nebel Alleinherrschaft. Am Samstag hatte ich Glück, da konnte ich mit meinen Kindern Richtung Sonne fahren.
Ansonsten weiß ich auch nicht, wo all die Zeit hin ist. Sie vergeht wie im Fluge und das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende. Der Todestag meines Mannes jährt sich zum 2. Mal. Manchmal kommt es mir vor, ich erlebe alles in Trance.
Deine Fotos sind schön. Und der Baum fällt immer noch auf mit seiner Leuchtkraft, auch ohne Sonne.
Lass es dir gut gehen und genieß die schönen Stunden. In der Wohnung sind wir noch lange genug.
Liebe Grüße und alles Liebe von der Waldameise :)
@Alle
Herzlichen Dank für Eure freundlichen und interessanten Kommentare.
Liebe Grüsse
Elfe
@Brigitte
1967 habe ich gerade mit meiner 2. Ausbildung begonnen im Spital, du meine Güte wie lange das her ist!
Liebe Grüsse
Elfe
@Holger
Ja ich bin in Pension, mit 62 hatte ich noch die Möglichkeit. Jetzt müssen auch die Frauen länger arbeiten bis 64 und bald bis 65 oder mehr irgendwann.
Liebe Grüsse
Elfe
@Waldameise
Das kann ich verstehen, dass Du manchmal denkst, es ist alles nicht real. Die zwei Jahre sind schnell vorbeigegangen, für Dich wahrscheinlich als ob es erst gestern geschehen ist.
Ich habe in letzter Zeit das Gefühl als ob jemand am "Zeiträdchen" gedreht hat und alles nochmals so schnell vorbei geht; sonderbar!
Liebe Grüsse
Elfe
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