Geplant war mit dem kleinen Kursboot die Limmat und den See hinauf bis ans Zürichhorn zu fahren und von dort zurückzuspazieren. Doch warten, war-ten, warten. Kein Boot in Sicht, wie es gemäss Fahrplan hätte eintreffen sollen.
An der Infotafel dann der Hinweis: Hochwasser! Die Stationen am Fluss kön-nen deswegen nicht bedient werden. Das Boot kann nicht unter den Brücken durchfahren.
Wir sind hier ja glimpflich davongekommen, anders als in den Bergregionen, wo wegen dem Hochwasser Dorfbewohner evakuiert werden mussten - HIER↓
Dann eben wie gewohnt mit dem Tram bis zum Seebecken und von dort hinaufspazieren bis ans Zürichhorn.
Hach war das schön und warm an der Sonne, wären da nicht die braunen Blätter, könnte ich mich täuschen lassen, und denken, es sei Frühling.
Ist es aber nicht!
Denn nicht nur die Bäume sprechen eine herbstliche Sprache, auch das Marronihäuschen steht schon da und hat die Eisverkäufer vertrieben.
Die Wintergäste sind ebenfalls schon eingetroffen: die Möwen. Ich mag sie ja ganz gerne, aber sie sind eindeutige Boten der kalten Jahreszeit. Doch heute an so einem herrlichen Tag kann mich ihr Gekreische nicht beeindrucken-:)
Na ja die Schwäne sind Frühling, Sommer, Herbst und Winter für eine Zu-satzration auf ihrem Speisezettel zu haben. Eigentlich müssten die kugel-rund sein bei dem was die alles verdrücken, sind sie aber nicht, wie machen die das nur?
Ein wenig Farbe auf den Bäumen habe ich gefunden, doch der Herbst war hier noch nicht so aktiv mit seinem Pinsel unterwegs. Wurde er etwa von einer Sommerschönheit entführt oder hat ihn gar jemand eingesperrt? Viel-leicht weiss Commissario Brunetti, mein Lieblingskommissar mehr darüber?
Herbstgedicht
Ich sah den Wald sich färben,
Die Luft war grau und stumm;
Mir war betrübt zum Sterben,
Und wusst' es kaum, warum.
Durchs Feld vom Herbstgestäude
Hertrieb das dürre Laub;
Da dacht' ich: deine Freude
Ward so des Windes Raub.
Dein Lenz, der blütenvolle,
Dein reicher Sommer schwand;
An die gefrorne Scholle
Bist du nun festgebannt.
Da plötzlich floss ein klares
Getön in Lüften hoch:
Ein Wandervogel war es,
Der nach dem Süden zog.
Ach, wie der Schlag der Schwingen,
Das Lied ins Ohr mir kam,
Fühlt' ich's wie Trost mir dringen
Zum Herzen wundersam.
Es mahnt' aus heller Kehle
Mich ja der flücht'ge Gast:
Vergiss, o Menschenseele,
Nicht, das du Flügel hast.
Emanuel Geibel 1815 - 1884
Abendstimmung am See. Wer heute seine Arbeit verschieben konnte, hat es getan, da bin ich mir ganz sicher.
Sich ein wenig hinsetzen und die wohltuende Atmosphäre von Wasser, Ber-gen und Himmel in sich aufnehmen, das habe ich auch getan.
Dann zurück mit dem kleinen Limmatschiff bis zum Bellevue. Der aufgehen-de Vollmond überrascht mich als ich aus dem Bootsfenster blicke. Als Mondfan bin ich begeistert über dieses Naturschauspiel. Und das liebliche Abendrot verspricht für den nächsten Tag nochmals Wetterwonne pur: sagenhaft!
(War eine Täuschung, der folgende Tag war grau in grau)
Diese kleine Möwe hat sich auf den Pfosten ganz nahe von mir hingesetzt, und schaute mir die ganze Zeit zu. Ich habe ein wenig mit ihr kommuniziert *lach*.
Sie scheint mich verstanden zu haben, denn sie blieb sitzen, zeigte gar keine Angst, liess sich von ganz nah fotografieren. Eine missgünstige Artgenossin hat sie dann schlussendlich verjagt.
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Matthias Claudius 1740 -1815
Ist sie nicht lieb?
Diesen Spaziergang habe ich am Dienstagnachmittag dieser Woche unter-nommen. Es war ein wunderschöner Moment im Frühherbst, ich widme den Beitrag dem Projekt von Katinka ~ Schöne Momente im Herbst - HIER↓.
Wer möchte kann da auch mitmachen, es genügt natürlich auch nur ein Bild oder so, es sollte einfach ein schöner Moment im Herbst zeigen, den ihr gerne mit anderen Bloggerinnen und Bloggern teilen möchtet.
Es freut mich, wenn Ihr den Spaziergang ein wenig mitgegangen seid, und vielleicht hat ja das eine oder andere Bild ein Lächeln auf Euer Gesicht gezaubert-;)


9 Kommentare:
Guten Abend, liebe Wasserfrau :)
was für wunderwunderschöne Impressionen vom See hast du mitgebracht ..oh ja, das hat mir ganz viel Lächeln aufs Gesicht gezaubert - so viel Schönheit der Natur! die Möwe find ich ja besonders hübsch, die schaut ganz anders, als viele andere Möwen, die irgendwie eher "streng" gucken .. ich bin grad beim Vorbereiten eines Blogeintrags für morgen, und da kommt auch eine Möwe drin vor, die schaut aber nicht so lieb wie deine ;) ich mag Möwen dennoch gerne, weil ich sie mit Meer-Urlauben assoziiere - und bei Euch sind sie Wintergäste? das wußte ich nicht.
Der rote Himmel .. traumhaft .. der ganze Spaziergang - ich bin ihn gerne mitgegangen :)
ja, die Sonne wärmt noch richtig kräftig, gell? aber die bunten oder braunen Blätter sprechen eine eigene Sprache ..
das Gedicht von Emmanuel Geibel gefällt mir sehr gut ..stimmungsvoll und so passend gerade jetzt.
Ich danke dir ganz lieb für deine netten Zeilen und wünsche dir ein wunderschönes Wochenende,
ganz liebe Grüße schickt dir Ocean :)
Es war ein ganz herrlicher Spaziergang, in milder Luft, tät ich sagen! Schöne klare Bilder, trotzdem herbstlich, wegen der bunten, schönen Blätter. Ja, und der Zürichsee, du bist ja beneidenswert, dort spazieren gehen zu können. Die Schweiz ist so ein schönes Land!
Liebevoll aufgenommen alles! Mit schönen Gedichten geschmückt! Wenn du einen Bericht schreibst, dann bemerkt man, dass du es gerne machst!
Lieben Gruß und einen schönen Abend, Brigitte
... und mich freut es, dass ich dich wieder einmal auf einem Spaziergang begleiten durfte. Beim betrachten deines Fotos mit dem Blick über den See und den Bergen in der Ferne kann ich in etwa erahnen, was man fühlt, wenn man leibhaftig dort am Ufer steht - obwohl ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Fotos oft nur einen Bruchteil der Stimmung wiedergeben können.
Gruß aus einem goldenen Oktobertag an der Nordseeküste in die Alpen,
juwi
Hallo liebe Elfe,
vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag (acuh wenn er ein wenig zu früh dran ist :-)).
Es sieht teilweise wirklich noch aus wie im Sommer.
Die Bilder sind toll und voller schöner Stimmungen. Der Sonnenuntergang, die Möwe und auch das Foto mit dem Fahrrad - richtig schön :-)
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Katinka
Wahrhaft schöne Momente, einfach wundervoll!!
GLG Marianne ♥
Hin und weg bin ich von den wunderschönen Impressionen Deines Herbstspaziergangs am "Zürisee" .... Du hast schon ein großes Glück dort zu leben!
Liebe Grüße
Christel
Liebe Elfe,
bevor ich wieder in die Küche gehe, möchte ich dir ein paar Zeilen dalassen.
Zunächst vielen Dank für deine freundlichen Kommentare. Was du über die Wassermuhme herausgefunden hast, ist ja interessant. So bösartig hätte ich sie mir nach dem lustigen Gedicht von Busch nicht vorgestellt.
Es tut wieder gut, deinen herbstlichen Spuren durch Zürich, entlang des Sees zu folgen. Deine tollen Impressionen lassen die Stimmung erahnen.
Besonders schön ist die Abendstimmung und das Foto mit dem Fahrradfahrer im Vordergrund und den Bergen am Horizont. Ein schönes, Ruhe ausstrahlendes Foto.
Das Gedicht von Geibel kannte ich noch nicht. Es beschreibt gut die Stimmungen, die man in diesen Tagen fühlt, gell? Und manchmal ist man halt "flügellahm" in Bezug auf den letzten Satz.
Ja, lieb schaut die kleine Möwe, und ich glaube, sie hat dich entdeckt.
Ganz liebe Grüße zu dir, die Küche ruft ...
alles Liebe wünscht dir Andrea, die Waldameise
Ich habe sehr gerne mit Dir diesen Spaziergang gemacht. Es lohnt sich wirklich, sich in ein Bild reinzuklicken und dann die gesamte Bildergalerie in der Vergrößerung zu genießen.
Ganz besonders zauberhaft finde ich die Rosatönung in manchen Bildern.
Es grüßt Dich:
Die Beate
@Alle
Danke für Eure freundlichen Kommentare. Im Moment habe ich leider wenig bis keine Zeit zum Bloggen. Deshalb bleibt es hier vorerst ruhig.
Alles Gute wünsche ich Euch allen!
Liebe Grüsse
Elfe
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