Der Eidgenössische Dank-, Buß- und Bettag ist ein hoher Feiertag entspre-chend Karfreitag, Ostersonntag oder Weihnachten. Bis 2000 waren z.B. in Zürich Schiessübungen, Sport- und Tanzveranstaltungen jeder Art untersagt, Ausstellungen, Museen und Kinos blieben geschlossen.
Heute sind Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gestattet, nichtkom-merzielle Ausstellungen und Museen geöffnet – Schiessübungen und öffent-liche Versammlungen nicht-religiöser Natur sind jedoch immer noch nicht erlaubt. In der reformierten Kirche ist der Bettag seit der französischen Revolution mit einer Abendmahlsfeier verbunden. Quelle Wikipedia↓
Danken und Busse tun sind Werte die nicht mehr modern sind. Vor allem das Busse tun ist etwas, das uns fremd geworden ist. Wir verlassen uns da auf die Justiz mit ihren Gerichten. Ich habe überlegt, was es für mich bedeutet, da ich keiner Kirche mehr angehöre.
Ich denke, es hat etwas mit Verantwortung übernehmen zu tun. Ich bin verantwortlich für alles, was ich sage, was ich tue, was ich konsumiere und wie ich darauf reagiere, was mir im Leben begegnet. Verlässliche ethische Werte zu leben sollte auch für Nicht-Kirchengänger verbindlich sein, finde ich.
Allerdings, wo lernen die Kinder diese Werte, wenn es damit im Elternhaus hapert und die Kirchen immer mehr an Einfluss verlieren? Das ist eine Frage, die immer brennender wird angesichts von Gewalt und Zerstörungswut.
Vorletzte Samstagnacht z.B. haben sich etwa 1000 junge Menschen auf dem Bellevueplatz, einem Hauptverkehrszentrum mitten in der Stadt, mit der Poli-zei eine Straßenschlacht geleistet, die gut 100'000 Franken Schaden angerich-tet haben soll. Einfach nur, weil sie Party feiern wollen, wo und wann es ihnen passt, ohne Rücksicht auf Verluste oder Verantwortung für die daraus entstandenen Schäden zu übernehmen - HIER↓
Und allzuoft kommen sie unerkannt davon ohne für ihr Tun zur Rechen-schaft gezogen zu werden. Von solch zerstörerischem Verhalten dieser
„Partygänger“ haben viele Stadtbewohner die Nase voll.
Für etwas danken ist etwas Schönes, finde ich. Die Menschen rund um uns herum zu schätzen für ihr Dasein. Sich mal wieder daran erinnern, wie verlo-ren wir wären, gäbe es die Mitmenschen nicht, auch die uns unbekannten.
So betrachtet, findet jede und jeder etwas wofür es sich lohnt, Dankbarkeit zu empfinden. Wir stossen kaum auf einen Gegenstand in unserer Wohnung oder in unserem Haus, der nicht irgendwie mit anderen Menschen verknüpft ist, wo irgendein Mensch daran gearbeitet hat, seine Mühe, vielleicht sogar seine Freude hineingesteckt hat.
Oder einfach dankbar sein für das Leben, das uns gegeben ist, denn auch das ist nicht selbstverständlich, wie wir immer wieder erfahren.
Nicht zu vergessen die Tiere, denen wir echte Dankbarkeit schulden, ja wir stehen in deren Schuld! Nicht nur dass sie sich opfern, damit wir ihr Fleisch essen können, nein z.B. auch in der Medizin war die Entstehung der klein-sten Schmerztablette nicht möglich, ohne dass ein Tier sein Leben für uns gegeben hätte, sei es eine Maus, eine Ratte oder ein kleines Äffchen.
Grosse Operationen, wie z.B. Herz- oder Magen-Darm-Eingriffe wurden erst an Schweinen ausprobiert, bevor die Operateure die neuen Methoden auf die Menschen übertrugen. Und noch vieles, vieles mehr…
Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein,
um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.
Christian Morgenstern 1871 - 1914
Und nun zum Beten. Beten ist für die meisten Menschen eine Privatange-legenheit, „man“ spricht nicht darüber. Manche finden zum Gebet in einer Krisensituation sozusagen als Bittsteller, um dies oder das von einer höheren Macht zu erbitten, seien es materielle Güter oder seelischer Trost. Für jene, die an eine persönliche Gottheit glauben, ist Gebet auch ein Lobpreis, eine Art Liebeserklärung an den Schöpfer des Universums.
Für andere ist Gebet ein Stillewerden, ein Horchen ins innerste Sein hinein um da Frieden zu finden, und aus dieser Kraft heraus zu leben und zu handeln.
Gebet ist in diesem Sinn sehr persönlich und individuell, je nach dem wo der Betende steht. Es ist immer ein Innehalten und für viele auch heute noch eine Kraftquelle.
Man kann annehmen,
dass die letzte Quelle unermesslich ist
und sich nicht von unserem Wissen her fassen lässt.
David Bohm, Wissenschaftler und Philosoph
Bildquellen: NASA



7 Kommentare:
Ganz recht, auch wenn man keiner Kirche angehört, kann man doch nach ethischen Grundsätzen vorbildlich leben. Und es ist Pflicht, das den Kindern zu vermitteln. Es gibt einfach Regeln im Zusammenleben, die sollte man einhalten, dann wird es keine Reibungspunkte geben.
Man kann nicht einfach hingehen und zerstörerisch wüten, die Verantwortung dafür ignorieren. Dann bitte sollen diejenigen auch Kosten etc. übernehmen. Und es macht keinem Bürger Freude, das immer wieder erleben zu müssen.
Es würde mir noch sehr viel zu dem Thema einfallen. Aber ein Grundsatz von mir war immer, man solle so leben, wie man erwartet, das andere auch leben sollen, um nicht unnötig zu stören. Für Erziehung ist zu sagen, dass man nicht immer alles gleich parat legen sollte, allen technischen Schnickschnack, Geld, alles erlauben. Es wäre sinnvoller, ein gutes Vorleben zu praktizieren, den Kindern und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, mit ihnen etwas zu unternehmen. Wer sein Kinder vor dem TV oder PC ablädt, der muss sich dann nicht wundern, was dabei herauskommt.
Wünsch dir einen schönen Sonntagabend, Brigitte
Hallo liebe Elfe,
auch wenn jemand nicht (mehr) in der Kirche ist, hat er Verantwortung, muss Regeln einhalten, darf keinem anderen schaden.
Ich denke, die zunehmende Gewalt hat viel mit Unzufriedenheit zu tun. Viele Kids meinen, sie müssten alles bekommen, was sie wollen und ist das nicht der Fall, reagieren sie über.
Auch die vielen Stunden vorm PC oder TV tragen dazu bei - Gewaltverherrlichung ist dabei auch ein Thema, denke ich.
Viele Eltern kümmern sich einfach zu wenig um ihre Kinder.
Wir müssen wirklich für vieles dankbar sein, da gebe ich Dir absolut recht!
liebe Grüße zu Dir
Katinka
Liebe Elfe,
viele wahre Worte - immer wieder sehr nachdenkenswert. Auch Brigittes und Katinkas Worten kann ich mich nur anschließen.
Liebe Grüße,
Andrea
@Alle
Herzlichen Dank für Eure Kommentare.
Denkt Euch am nächsten Wochenende haben sie es nochmals getan, diesmal an einem anderen zentralen Verkehrsknoten. Da allerdings kaum Partygänger und weniger an der Zahl, sondern fast alles 16 bis 25 Jahre junge Männer, und 3/4 nicht aus der Stadt selbst sondern aus den umliegenden Kantonen, die einfach in unserer Stadt Ramba Zamba machen wollten.
Endlich hat sich die Polizei entschieden hart durchzugreifen, sie haben über 100 verhaftet, mal sehen was es bringt. Man sollte die zum Aufräumen und Putzen in die Stadt schicken, finde ich.
Liebe Grüsse
Elfe
Das gute Vorleben der Eltern, was diese Werte betrifft, ist natürlich Voraussetzung. Aber Kinder werden nicht nur durchs Elternhaus geprägt - das Umfeld hat spätestens ab Schuleintritt auch einen großen Einfluss. Besonders heute, da viele Mütter auch unbedingt und dazu noch ganztägig berufstätig sein wollen oder viele leider auch müssen! Deren Kinder sind über Großteile des Tages der "Erziehung" Fremder ausgesetzt ... was für manche ja eher gut sein mag...
Da ist schon manche Familie aus allen Wolken gefallen, was ihre Sprößlinge so tun.
1000 junge Menschen - ist ja der Wahnsinn! Aber da sollte man wirklich - wie in England - auch einmal nach den gesellschaftlichen/politischen Verhältnissen schauen und nicht generell verurteilen. Solche Auswüchse entstehen oft da, wo die sogenannte Schere zu groß wird, es auf der einen Seite zu viel Armut und keine Chancen gibt, während ungesunder Reichtum auf der anderen Seite steht. - Jugendliche fangen dann an auf ihre Weise sich zu wehren. Wenn das auch kein Freibrief ist ...
Dankbarkeit lernt man mit der Zeit, spätestens dann, wenn man einmal sehr krank war - das wird jedem Menschen im Laufe seines Lebens früher oder später so ergehen. Bis dahin ist vieles noch selbstverständlich ... woher soll ein junger Mensch es auch wissen, wenn er es nicht am eigenen Leibe erfahren hat? Da würde alles "Predigen" nichts helfen. Das ist wie bei Rauchern, die es doch nicht glauben, bis sie Lungenkrebs haben und einige rauchen selbst dann noch weiter ;-) Selbst hochintelligente Menschen sind darunter ...
Was die Tiere betrifft, da kann ich so nicht mitreden, da wir Vegetarier sind und bei den Tierversuchen bin ich auch anderer Ansicht, denn ich glaube, daß der Mensch auch ohne diese das Wesentliche herausfinden würde, wenn er seinen Kopf nur mehr anstrengen würde. Freilich, eine Operation kann man nicht theoretisch ausprobieren, aber früher hat man diese an Leichen vorgenommen, das ginge auch heute noch.
Liebe Grüße nochmal
Sara
Mir fiel da eben noch ein, weil ich hier Kirche lese - obwohl Du - glaube ich - nichts von Kirche in Deinem Post schriebst - wenn ich da richtig gelesen habe ...
Gewalt hat der Mensch schließlich schon immer ausgeübt. Und das nicht wenig! Wer die Bibel gründlich gelesen hat, weiß es, denn das AT ist voll davon! Weil der Mensch sich lieber für das "Böse" entscheidet, als für das Gute. Und dann wird nach Gott gerufen, wo doch der Mensch selbst schuld an allem Übel ist!
Tja, die Kirche ist ja nicht nur für "Gute" da sondern gerade für die "Gefallenen", die Sünder, von denen so Einige freiwillig eben deshalb sonntäglich in den Gottesdienst gehen, um durch die Predigt immer wieder zur Besinnung gerufen zu werden. Denn der Mensch vergisst leider (das Gute) allzu schnell ...
Und ich denke, die Kirche ist ein Organismus, an dem sich alle beteiligen müssen, wenn er gelingen soll. Von "der" Kirche zu reden oder "die" Kirche zu beschuldigen ist sehr leicht, wenn man selbst kein AKTIVES Mitglied ist, sondern lediglich zahlendes, wenn überhaupt ...
Auch deshalb haben die Freikirchen inzwischen so großen Zulauf, da zahlen die Leute nicht nur freiwillig und sogar mehr, sie werden auch aktiv, als Mitarbeiter - egal in welchem Bereich.
@Sara
Herzlichen Dank für Deine interessanten Kommentare.
Jemand beschuldigen möchte ich nicht, doch Tatsache ist, dass heute viele mit Kirche und überhaupt mit Religionen nichts mehr anfangen können, seien es Agnostiker oder Atheisten. Im Namen der Kirchen und Religionen ist viel Gutes getan worden, doch auch viel Schlechtes, wie uns die Geschichte zeigt, es wurde viel, zu viel unschuldiges Blut vergossen.
Jeder, dem es möglich ist seine geistige Heimat in einer haltgebendend Religion zu finden, ist glücklich zu schätzen, und dies nicht nur im Christentum, wie es leider viele Christen auch heute noch immer meinen, dem sei so.
Doch es gibt auch die anderen, die keiner Religion angehören wollen und auch diese verdienen unseren Respekt, finde ich. Ich selbst habe meine geistige Heimat gefunden, darüber bin ich froh. Und inzwischen respektiere ich auch jeden anderen Weg.
Doch beim Zusammenleben braucht es gewisse Regeln, finde ich, sonst wird es ungemütlich in einer Wohn- oder Lebensgemeinschaft.
Die Krawalle hier in Zürich können kaum mit denen in London verglichen werden, denke ich. Hier haben wir noch ein gutes soziales Auffangnetz und es wird viel getan für die Jungen, dass sie eine Ausbildung machen können, doch heute ist es viel schwieriger als zu unserer Zeit, dies vor allem für die schulisch weniger Begabten. Doch Hilfe findet jeder, der sie annehmen will.
Da hast Du Recht, heute ist es sicher nicht einfach Kinder aufzuziehen mit den vielen Ausseneinflüssen etc.
Fleisch esse ich auch keines, doch es gibt noch genügend andere Produkte, wo die Tiere mitbeteiligt sind, auch Eier, Käse und Honig gehören dazu, ja gehen würde noch vieles, da stimme ich Dir zu, doch leider sieht die Realität oft anders aus.
Nochmals herzlichen Dank für Deine Kommentare, ich gehe jetzt offline, habe noch einiges zu tun, und nachmittags möchte ich etwas das schöne Altweibersommerwetter zu genissen.
Liebe Grüsse
Elfe
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