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Dienstag

Ein runder Tag im Altweibersommer

Gestern war ich wieder einmal in meinem kleinen Gärtchen aktiv. Im Herbst gibt es immer viel zu schneiden und aufzuräumen. Diese Tätigkeit hilft mir, mich langsam, langsam auf die kalte Jahreszeit einzustellen. Der Monat September ist im Jahreskreis dem Thema 'das Gleichgewicht finden' gewidmet.

Im Buch „Der Jahreskreis: Den Rhythmus der Natur als Kraftquelle nutzen“ von Martina Kaiser lese ich:

„Im September ist eine gute Zeit, um sich mit dem Gleichgewicht der Kräfte im eigenen Leben zu befassen. Sind Nehmen und Geben gleich verteilt? Ungleichgewicht zieht Krankheiten nach sich. Lebenskraft, Wohlbefinden und Erfolg sind dann möglich, wenn Heilung geschieht, die das Zuviel oder Zuwenig wieder zum Ausgleich bringt.“

Vielerorts werden im Herbst Erntedankfeste gefeiert. Denn im Angesicht der Fülle des Herbstes, die nährt und erhält, ist Dank eine Handlung des Ausgleichs. Wer dankt, nimmt wahr, dass die Gaben, von denen wir leben, nicht selbstverständlich sind. Wer ein Geschenk annimmt, liefert sich dem anderen ein wenig aus. Unser Dank ist eine Art Gegengabe.


Mit solchen Gedanken nehme ich Abschied
von den letzten Blümchen im Garten.


Blumen
von Annegret Kronenberg
 Ich liebe die Blumen,
ihre Vielfältigkeit, ihre Farbenpracht,

vom freundlichen Lachen der Sonnenblume
bis zur grazilen Anmut der Rose.

Das Auge kann sich nicht satt sehen
an den vielen Wunderwerken.

Doch bei aller Pracht und Schönheit
zeigen sie mir auch ihre Endlichkeit,
die mich lehrt,

selbst für ein ganz kurzes Glück
dankbar zu sein.
 

Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen:

Bald siehst du,
wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,

herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.
Eduard Mörike 1804-1875


Der Wetterfrosch hat uns ein Omegahoch, das noch über das Wochenende hinaus andauern soll, vorausgesagt. Die Natur entfaltet nochmals ihre ganze Kraft und Schönheit bevor sie sich mehr und mehr zurückzieht.

Dank den warmen Temperaturen bin ich an den Nachmittagen viel unter-wegs, es bleibt deshalb wenig Zeit um am PC zu sitzen-;)


Es ist ein gutes Gefühl, abends nach einem Tag, wo alles so rund gelaufen ist wie gestern, ihn mit einem Spaziergang ausklingen zu lassen. Und vom Aus-sichtspunkt zusehen, wie die Dämmerung über die Stadt hereinbricht und die Lichter langsam aufscheinen.


Ein Moment der Stille und des Gegenwärtigsein im Herbst an einem wunder-schönen Altweibersommertag, abends über der Stadt.