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Mittwoch

Ist das Kunst?

Diese Frage stelle ich mir manchmal, wenn ich durch die Stadt spaziere. Gerade neulich wieder als ich in der Altstadt unter Wäscheleinen voller Wäsche durchging. Ein fröhlicher Anblick die bunten Wäschestücke, die im offenen Raum leise im Wind flattern.

Und ein ungewohntes Bild in der heutigen Zeit. Auch die Touristen waren erfreut, es wurde fleissig geknipst.


Die Wäscheleinen-Aktion war Teil eines Performance-Festivals, eine Nach-stellung „In Abwesenheit der Körper“ (In Absence of Bodies), die der Künstler Gianni Pettena 1969 auf der Piazza del Duomo im italienischen Como erstmals realisierte.
Kunst?!


Was ist überhaupt Kunst? Wikipedia weiss zu berichten:Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist.“ HIER↓ wer weiterlesen mag.


Kamin- und Lebenskunst unter dem offenen Himmelsraum mit Wolken-;)

Na ja dann war das letzte Woche vielleicht auch Kunst „in Abwesenheit meines Körpers“ auf der Wäscherondelle im Garten *lach*
Ein so genanntes Kunstprojekt, das noch nicht realisiert ist, und schon in der Planungsphase für teils heftige Kontroversen und rote Köpfe sorgt, ist ein Hafenkran. (HIER↓ Zeitungsartikel und HIER↓ Facebookgruppe-Gegner)

Ja ein 30 bis 40 Meter hoher Hafenkran, wie sie z.B. in Hamburg, Bremer-haven oder in anderen Hafenstädten haufenweise stehen. Nun soll hier in Zürich an der Limmat, zwar ist da kein Hafen weit und breit, ein solches Ungetüm hingestellt werden.

„Mit dem Kunstprojekt ‚Zürich Transit Maritim’ soll Zürich zeitlich befri-stet in eine ‚Hafenstadt’ verwandelt werden. In einer ersten Etappe werden am Limmatquai fünf Eisenpoller freigelegt. Höhepunkt des befristeten Kunstprojekts ist der vorgesehene Hafendrehkran beim Rathaus.“
 

Als ich vor zwei Jahren das erste Mal davon hörte, konnte ich es kaum fassen, dann hiess es das Projekt sei gestorben, und ich atmete auf. Nun las ich, dass der Stadtrat doch daran festhalten will, und dieser Hafenkran für 2012 geplant sei.

Und so würde das aussehen ~ HIER↓ klicken ~ Gefällt Dir das liebe Leserin, lieber Leser, würdest Du deswegen extra nach Zürich reisen als Tourist?

Das gesamte Kunstprojekt kostet 600'000 Franken, gerüchteweise sogar einiges mehr (HIER↓). Nicht gerade wenig Geld in einer Zeit, wo sparen angesagt ist, Löhne eingefroren werden und und.

Und natürlich wird der ganze „Hafenkäse“ auch politisch ausgeschlachtet, im Budget 2012 ist der Hafenkran wieder aufgeführt. Der Gemeinderat muss nochmals darüber abstimmen, für 2011 hatte er den Betrag für den Kran aus dem Budget gekippt.

Doch ohne Hafenkran wollen die Künstler das Projekt nicht realisieren. Bin gespannt wie das nun definitiv ausgeht.Also mir gefällt die Aussicht besser so, der leere Raum OHNE Hafenkran.

Wenigstens ein Trost bleibt, wenn der Hafenkran dann doch installiert wird; nach spätestens einem Jahr wird er wieder entfernt. Erst dachte ich, der soll dann für immer da stehen bleiben *neiaberau*

Und das haben Künstler zum Thema Kunst gesagt:

Bei Leuten, die etwas von der Kunst verstehen,
bedarf es keiner Worte.
Man sagt "Hm! Ha!" oder "Ho!", und damit ist alles ausgedrückt.
Edgar Degas 1834-1917

Der Endzweck der Wissenschaft ist Wahrheit.
Der Endzweck der Künste hingegen ist Vergnügen.
Gotthold Ephraim Lessing 1729-1781

Die Kunst aber ist kein Handwerk,
sondern Vermittlung von Gefühlen, die der Künstler empfunden hat.
Leo N. Tolstoi 1828-1910

Die Kunst darf nie populär sein wollen.
Das Publikum muss künstlerisch werden.
Oscar Wilde 1854-1900

Die Kunst ist ewig, ihre Formen wandeln sich.
Rudolf Steiner 1861-1925

Echte Kunst ist eigensinnig.
Ludwig van Beethoven 1770-1827

Gemälde Hafenkran Wikipedia↓ gemeinfrei