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Donnerstag

Der Rosmarin ~ Duft-, Heil- und Liebespflanze

Der Rosmarin wurde für 2011 zur Heilpflanze des Jahres auserkoren. Darü-ber habe ich mich sehr gefreut, denn der Rosmarin nimmt in meinem Herzen einen grossen Platz ein, ich verehre ihn.

Als Symbol repräsentiert der Rosmarin die Liebe, habe ich gelesen. Trouba-doure sollen ihren Herzdamen Rosmarin überreicht haben. Wie romantisch-:)


Meine Beziehung zum Rosmarin begann vor vielen, vielen Jahren in einem kleinen Dorf in der Toskana. Ohne Erwartung ziellos dahinwandernd auf un-bekannten Pfaden, die Umgebung eines kleinen Hotels erkundend, stand ich eines Tages vor einem kleinen Häuschen mit einem winzigen Gärtchen.

Ein beinahe zwei Meter hoher Rosmarinbusch von oben bis unten übersäht mit zahllosen blauen Blüten leuchtete aus dem Gärtchen heraus, die lebendi-ge Bildszenerie dominierend.

Sprachlos staunend blieb ich stehen. In der Erinnerung kann ich das Bild ohne weiteres vor meinem geistigen Auge erscheinen lassen, damals fotografierte ich noch nicht.


Diese Blüten, diese liebliche natürliche Majestät! Eine Legende soll besagen, auch das habe ich erst kürzlich gelesen, dass die Blüten ursprünglich weiss waren. Die Heilige Maria soll ihr blaues Übergewand zum Trocknen auf den Strauch gehängt haben. So erhielten die Blüten ihr heutiges Aussehen. Wie ich solche Legenden liebe!

Während der Ferien damals ging ich so oft als möglich wieder diesen Weg, um ehrfürchtig staunend den strahlenden Rosmarin zu begrüssen. Es war um mich geschehen, Liebe auf den ersten Blick-;).


Von da an hat der Rosmarin mich durchs Leben begleitet, entweder als Bade-zusatz, als Topfpflanze vor dem Fenster, später im Gärtchen gehegt und ge-pflegt und natürlich als Gewürz – Rosmarin Bratkartoffeln: lecker! Und nicht zu vergessen: in der italienischen oder provenzalischen Kräutermischung.

Wegen seines intensiven, aromatischen Geruchs, harzig und leicht bitter, dem Weihrauch ähnelnd, wurde er auch als Ersatz desselben verwendet. Das werde ich einmal ausprobieren – eine Rosmarinräucherung! Übrigens das Köl-nisch Wasser soll nach wie vor Rosmarin enthalten.


Der Name Rosmarin lautet fast in allen Sprachen ähnlich und wird als Tau des Meeres gedeutet. Diese immergrüne Pflanze aus der Familie der Lippen-blütler ist in allen Mittelmeergebieten heimisch, seine zierlichen blauen Blü-ten erscheinen vor allem im Frühjahr, selten auch mal im Spätsommer.

Was mir noch besonders gut gefallen hat aus den vielen Berichten über den Rosmarin, die nun im Internet und in den verschiedensten Apotheker-, Dro-gerie- und Heilpflanzenheften zu lesen sind, ist folgende Geschichte:

„In vielen alten Schilderungen wird berichtet, wie die Segler des Mittel-meeres, ehe sie das Land sahen, seine Nähe buchstäblich riechen konnten. Der Wind trug ihnen den Rosmarinduft zu.“

 
Warum wurde der Rosmarin als Heilpflanze des Jahres 2011 ausgewählt?
 
Die Jury des NHV Theophrastus↓, die jeweils die Heilpflanze des Jahres kürt, hat die Wahl unter anderem so begründet:
 
„Durch seine natürliche, aktivierende und tonisierende Wirkung ist der Rosmarin für eine immer älter werdende Bevölkerung ebenso hilfreich wie auch für jüngere Patienten mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen.“
 
Ausserdem fördert der Rosmarin die Durchblutung, wirkt krampflösend, und ist dadurch beliebt als Heilmittel bei Sportlern und Sportlerinnen. Und er ver-hilft auch zur Linderung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Eine Wunderpflanze dieser Rosmarin, ich bin hin und weg; echt-:)))

Ein Troubadour-Lied

In unserer Zeit wird das Sein
zu oft durch das Nützlichsein ersetzt.