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Dienstag

Tschernobyl ~ Heute vor 25 Jahren ~ Erinnerungen

Erinnerungen, die schon verdrängt waren, hat der Atomgau in Fukushima Japan wieder ans Licht geholt.

Vor 25 Jahren haben wir schon einmal so eine Katastrophe erlebt und wir waren damals viel näher davon betroffen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir den Wetterbericht verfolgten und uns fragten, ob denn diese unsichtbare Wolke auch bei uns ankommen werde.

Bildquelle elenafilatova.com

Es war am 26. April 1986 um 1 Uhr 24 Lokalzeit, als Block 4 des russischen Kern-kraftwerks Tschernobyl explodierte. Dabei geriet eine große Menge radioaktiver Stoffe in die Umwelt.

Vier Tage später, am 30. April, um zwei Uhr morgens registrierte die Messstation auf dem Weissfluhjoch bei Davos als erste Schweizer Station erhöhte Radioaktivi-tät in der Luft. Am Boden herrschte Panik vor der Verseuchung.

Die Behörden verordneten in der Folge verschiedene Maßnahmen: Fischereiverbo-te, den Verzicht auf Frischmilch und frisches Gemüse für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder. Nutztiere durften in den betroffenen Gebieten nicht geschlachtet werden.

Am meisten Sorgen machten sich damals verständlicherweise schwangere Frauen und die Eltern von kleinen Kindern. Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass ich mich groß ängstigte, es war mehr so ein diffuses Gefühl von Hilflosigkeit.

Einen richtigen Schreck hatte ich als ich erstmals von der Halbwertszeit von Plutonium 239 hörte - 24’110 Jahre!
Bildquelle elenafilatova.com
Juwi hat auf seinem Blog eine informative Dokumentation der Ereignisse von damals zusammengestellt, und ebenfalls sein eigenes Erleben erinnert – HIER↓ zum Link

Vor etwa drei Jahren bin ich im Internet auf die Webseite der Ukrainerin Elena Filatova aufmerksam geworden, sie zeigt da Bilder und beschreibt Ein-drücke von ihren Motorradfahrten durch die „tote Zone“. Erschreckendes und Berührendes aus der „Geisterstadt“ Prypjat, dem „Land der Wölfe“ oder aus „Plutos Reich“ . Gleichzeitig fasziniert und entsetzt bin ich seinerzeit den Weg virtuell mitgewandert.

Natürlich dachte und hoffte ich damals, so etwas wird bei uns nie passieren, nach der AKW-Katastrophe in Japan bin ich von dieser Illusion aufgewacht.

Bildquelle elenafilatova.com
Es ist tatsächlich Plutonium, das hier für tausende Jahre regieren wird. Es ist extrem giftig und chemisch außerordentlich reaktionsfreudig, die Halbwerts-zeit von Plutonium 239 beträgt über 24000 Jahre. Plutonium ist nach Pluto, dem römischen Gott des Todes und der Unterwelt benannt. (Elena Filatova)

Elena Filatova:
Land of the Wolves - Land der Wölfe - HIER zum Link
Plutos Realm - Plutos Reich - HIER zum Link

Bildquelle elenafilatova.com

Aus dem Nachwort von Elena Filatova:
Für „Geisterstadt“ werde ich seit dem Tag, an dem die Seite online ging, attackiert. Viele schätzen meine Bemühungen nicht. Tschernobyl ist ein De-saster, an das wir uns nicht erinnern wollen; es ist von Menschen gemacht, und es wird niemals enden.

2004 gehörte meine Seite über Tschernobyl zu den meistbesuchten Seiten im Internet. Damals wurde mein Internetzugang blockiert; Zeitungen auf der ganzen Welt schrieben über mich und meine Seite, sie sei ein kommerzieller Trick, Computerspielwerbung, mit Photoshop gefälscht und so weiter. Ich hatte offenbar einen wunden Punkt getroffen, und darauf bin ich stolz.

Durch diese Erfahrung wurde mir klar, dass jemand, der die Wahrheit sagen will, auch dazu stehen können muss. Ich machte mich daran und schrieb die zweite Geschichte, „Land der Wölfe“.

Die Kernenergie verspricht enorme Profite. Mit gerade einmal 1 kg vere-deltem Uran kann man dieselbe Menge Energie produzieren, wie mit 50 randvoll gefüllten Güterwagen Kohle (3000 Tonnen). Veredeltes Uran hat also gegenüber Kohle ungefähr einen Vorteil von 3,000,000 : 1 im Transport-gewicht.
 
Natürlich zieht dies mächtige, millionenschwere Politiker und Geschäfte-macher an, deren einziges Interesse es ist, „die Kuh zu melken“ und denen die Reaktorsicherheit oder die Gesundheit der Menschen egal ist. Letztend-lich kommt anstelle von Milch nur Blut dabei raus.
 
Wie sehr sie auch versucht haben, meine Seite in Misskredit zu bringen – sie ist immer noch da, und mehr und mehr Menschen lesen sie.

Bildquelle elenafilatova.com
Ich bin keine Nuklearaktivistin, weder für noch gegen Atomkraft. Ich bin nur für Menschen, und ich denke, dass Tschernobyl als Warnung an die Mensch-heit verstanden werden sollte.

Bildquellen Elena Filatova. Im Nachwort ganz zum Schluss schreibt sie, dass die Bilder kopiert und verbreitet werden dürfen.