.

.

Montag

Alles fliesst – Gute Reise all ihr Wiederkehrer - Möwe Jonathan

Im Herbst haben die Möwen, unsere Wintergäste aus dem Norden hier Ein-zug gehalten, und nun ist es bald wieder so weit, dass sie uns verlassen wer-den.

Voller Leben und hungrig wie eh und je brachten sie Bewegung in die Herbst- und Winterlandschaften.




Das Internet erinnerte mich an das Kultbuch über die Möwe Jonathan↓ anfangs der siebziger Jahre. Diese Möwe war etwas Besonderes, sie philo-sophierte über ihr kleines Möwenleben und hielt sich raus aus Kämpfen um Machtpositionen. Gegen alle Widerstände perfektionierte sie ihren Flugstil und kam dem Himmel immer näher.

Ganz genau kann ich mich an den Inhalt nicht mehr erinnern, ist schon zu lange her. Das Buch wurde auch verfilmt, der Film war jedoch nicht so erfolg-reich.


Du bist eine Möwe unter Millionen anderer.
Die meisten sind träge.
Sie kümmern sich nicht ums Woher oder Wohin.

Hast du eine Vorstellung davon,
wie viele Leben du brauchst,
bis dir bewusst wird,
dass es um mehr geht als ums Essen,
Kämpfen oder um Machtpositionen?

Tausend Leben, Jonathan!
Vielleicht zehntausend!


Ob es stimmt, was die große Möwe sagt? Ich weiß es nicht, es könnte so sein.




Gute Reise kleine Möwe.

Gute Reise in den Norden all ihr Möwen, dann in den Süden und wieder in den Norden und so weiter und immer weiter im Kreislauf der Jahreszeiten.

Gute Reise all ihr Wiederkehrer!

 
Wir steigen in dieselben Flüsse, und tun es doch nicht.
Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Alles fließt, nichts ruht.
Alles vergeht, nichts dauert.
Kaltes wird warm, Warmes wird kalt.
Feuchtes trocknet, und Trockenes wird feucht.
Durch Krankheit wird Gesundheit schön;
durch das Schlechte wird das Gute gut;
durch Hunger: Sättigung;
durch Mühe: Schlaf.

Lebendig oder tot sein,
schlafend oder wach, jung oder alt – alles ist eins.
Das eine schlägt jeweils ins andere um,
und umgekehrt -
mit einer schnellen, unverhofften Wendung.

Erst werden die Dinge auseinandergesprengt,
dann werden sie wieder zusammengefügt.
Alles kommt zu seiner Zeit.
Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)

gelesen bei Mystik aktuell → Link in meinem Blogroll



Vor über 2000 Jahren sind obige Gedanken aufgeschrieben worden. Eine so lange Zeit (und viel länger noch) geht das schon mit den Veränderungen, so viele Lebewesen haben das immer wieder erlebt. Wir können diesen äußeren Veränderungen nicht entfliehen.

Alles kommt zu seiner Zeit, erinnert uns der Schreiber Trost spendend. Es bleibt uns viel Leid erspart, wenn wir lernen Mitzufließen in der Veränderung. Wenn das so einfach wäre…

Auseinandergesprengt und wieder zusammengefügt, alles kommt zu seiner Zeit. Winter, Frühling, Sommer Herbst, Winter…



Überwinde den Raum, und alles, was uns übrig bleibt,
ist Hier
Überwinde die Zeit und alles, was uns übrig bleibt
ist Jetzt
Aus "Die Möwe Jonathan“