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Montag

Arbeiten bis „zum geht nicht mehr“…

…bis 70 Jahre oder darf es bitte noch ein wenig mehr sein?

Solches ging mir durch den Kopf als ich kürzlich in einem Interview die Aus-sagen einer etwa 70-jährigen Dame gelesen habe (sie hat über das Thema auch ein Buch geschrieben). Sie sagt, sie habe ja so gelitten unter der quasi befohlenen Pensionierung, sie hätte so gerne weitergearbeitet. Und plötzlich war sie weg vom Fenster.

Da hat wohl jemand den Kopf in den Sand gesteckt bis der Tag X da war. Und nun wird gejammert, weil das Leben nach der Pensionierung nicht tupfen-gleich weiter geht wie bis anhin.

Von vielen Arbeitskolleginnen und –Kollegen weiß ich, dass sie froh waren und sind in Pension gehen zu dürfen, wenn in finanzieller Hinsicht möglich, sogar schon früher. Und sie bereiten sich auf diese Zeit vor! Leider sind einige von der Arbeitskraft her ausgequetscht wie Zitronen.

Die einzige Ausnahme, von der ich Kenntnis habe, ist eine Frau, die auf dem Chefsessel klebend, es durchdrücken wollte, länger zu bleiben. Dabei hat sie anscheinend nicht gemerkt wie froh alle waren, als ihr letzter Arbeitstag einläutete.

Mit Freiwilligen-Arbeit möchte sich die interviewte Dame nicht abspeisen lassen, sie hätte gerne weiter und immer weiter mitgemischt an ihrem Ar-beitsplatz. Nun tourt sie durchs Land, hält Vorträge um zu bewirken, dass die pensionsberechtigte Bevölkerung länger arbeiten darf muss.


Und all die Jungen? Auch diese möchten gerne mitgestalten, ihre Fähigkei-ten in einem Beruf einsetzen, etwas verdienen um ihr Leben finanziell un-abhängig von ihren Eltern zu leben. Wie geht denn das zusammen, wenn die Alten bis 70 oder mehr Jahre arbeiten sollen, dürfen, müssen.

Kürzlich habe ich in einem Blog eine Liste gesehen über Jugendarbeitslos-igkeit in Europa, das dort Erfahrene hat mich sehr nachdenklich gestimmt:

Jugendarbeitslosigkeit in Europa:
Italien 29 Prozent
Frankreich 25 Prozent
Schweden 24 Prozent
Irland mehr als 30 Prozent
Spanien 43 Prozent (!)
Polen, Slowakei und Ungarn weisen alle gut zwischen 25 und 35 Prozent aus.
(Liste gesehen bei thinkabout → Link im Blogroll)

Und da will man allerorts durchdrücken, dass die Alten die Arbeitsstellen länger besetzt halten, das geht über meinen Horizont, echt.