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Samstag, 18. September 2010

Kritisch und herausfordernd und für die Kinder Märchen

In letzter Zeit begegnete mir immer wieder das eine oder andere Zitat von Oscar Wilde. Kritisch und herausfordernd, und oft zum Nachdenken anregend.

Hier einige der Zitate von Oscar Wilde (1854-1900)

~ Die meisten Menschen sind nicht sie selbst. Ihre Gedanken sind die Gedan-
   ken eines anderen, ihr Leben eine Nachahmung, ihre Leidenschaft ein
   Zitat.

~ Die Öffentlichkeit ist herrlich tolerant, sie vergibt alles ausser Genialität.

~ Die Vorführung war ein Erfolg, nur das Publikum war eine Katastrophe.

~ Die Welt ist eine Bühne. Doch das Stück ist schlecht besetzt.

~ Das eigentliche Leben ist zumeist dasjenige, welches man nicht lebt.

~ Bildung ist eine wunderbare Sache, vorausgesetzt man bedenkt stets, dass
   einem das wirklich Wertvolle nicht beigebracht werden kann.

~ Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.

~ Wenn du die Einsamkeit nicht ertragen kannst, dann langweilst du auch
   andere.

~ Vergib stets deinen Feinden, nichts verdriesst sie so sehr.

Diese Zitate haben mich neugierig gemacht, klar ist mir der Name Oscar Wilde ein Begriff, doch fehlte mir in meinem Gedächtnis ein Bezug zu seinem Werk. Im Internet kundig gemacht, erinnerte ich mich an den alten Film „Das Gespenst von Canterville“↓, der auf einer Geschichte von ihm basiert, das war’s dann schon, alle anderen Schriften und Theaterstücke sind ein weisses Blatt für mich-:(


In einer wunderschönen und reichhaltigen Webseite „Ode an ein Genie“↓ von einem Oscar-Wilde-Fan (einer Frau aus Bayern) erfuhr ich dann einiges aus seinem an Höhen und Tiefen voll bepacktem Leben im viktorianischen England. Es hat mich richtig mitgerissen, ich werde bestimmt noch öfters dort lesen und mich in die damalige Zeit hineinfallen lassen-:) und mir vielleicht auch einmal ein Buch von ihm zu Gemüte führen.

Und aus Wikipedia↓:
Wilde wurde zu seiner Zeit als Schriftsteller bewundert und war im prüden viktorianischen England zugleich als Skandalautor und Dandy verschrien. Er war berühmt für seine Sprachgewandtheit und extravagantes Auftreten. In den Jahren nach 1882 hielt er Vorlesungen in den USA und Kanada. Er wurde von der Kritik lächerlich gemacht, die er wiederum als philisterhaft bezeichnete. 1884 heiratete er Constance Lloyd, mit der er zwei Söhne hatte.

Sein Ende war tragisch, er war Familienvater und lebte zusätzlich seine homosexuelle Seite aus, in der damaligen Zeit in England ein gefährliches Tun. Ein einflussreicher Feind zeigte ihn an und in einem Prozess wurde Wilde gerichtlich zu zwei Jahren schwerster Zwangsarbeit verurteilt. Seine Gesundheit war nach dieser Haftstrafe ruiniert, vor der gesellschaftlichen Ächtung floh er nach Paris.

Nach seiner Haftentlassung beklagte er in zwei Leserbriefen an die Zeitung Daily Chronicle die unmenschlichen Zustände im Zuchthaus (Kindergefangene, Kinderzwangsarbeit) und trug damit entscheidend zur Humanisierung des Strafvollzuges bei.


Seine Frau Constance starb kurz vor seiner Haftentlassung. Sie hatte mit den Kindern das Land verlassen, unter anderem in der Gegend von Heidelberg gelebt und ihren Namen in Constance Holland geändert. Trotz der offensicht-lichen Affären ihres Mannes hatte sie jedoch nie die Scheidung eingereicht.

Wildes jüngerer Sohn Vyvyan erinnerte sich später, dass der Vater ihm und dem Bruder Hunderte von Märchen, erzählt habe. So auch eines über Feen, die in den großen Flaschen mit gefärbtem Wasser lebten - welche die Apothe-ker in ihre Schaufenster zu stellen pflegten - und die des Nachts in der ver-lassenen Apotheke herumtanzten und Pillen drehten.

Ein entzückendes Märchen von Oscar Wilde-:)




Die letzten drei Lebensjahre verbrachte Oscar Wilde unter dem Namen Sebastian Melmoth auf dem europäischen Festland in Armut und Isolation. Am 30. November 1900 starb er im Hotel d’Alsace↓ in Paris.

Und kürzlich zufällig in einem Blog entdeckt:

Der Mensch verspürt eine Sehnsucht zu leben.
Intensiv, aus der Fülle schöpfend und fühlend.

Wenn er das zustande bringt,
ohne dabei Zwang zu erleiden oder auszuüben,
wenn ihm jedes Tun Freude weckt und Freude ist,
wird er stärker und gesünder.

Er wird er selbst sein.

~ Oscar Wilde ~


Die alten Bilder sind von Wikipedia public domain
Quelle Text Wikipedia und Webseite Ode an ein Genie
Gedicht gesehen bei Weggedanken↓